Die Tankanzeige am 8er – Funktion, Aufbau und Fehlersuche

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Tankanzeige 8er BMW E31
Tankanzeige 8er BMW E31

Bei der Tankanzeige im Kombi-Instrument ist es so, dass das Tank-Signal zunächst an das Karosseriemodul (EKM) von den 2 Tankgebern gesendet wird, dieses wird dort ausgewertet und über die digitale Datenleitung vom EKM an das Kombi-Instrument weiter übermittelt.
Die Tankgeber sind beim E31 zwei Potis mit je 250 OHM welche in Reihe geschaltet sind, es ergibt sich somit ein Gesamt-Widerstandswert von 500 OHM bei vollem Tank. Je leerer der Tank um so niederohmiger ist der Wert, heißt also 20 OHM bedeutet leerer Tank.

Schaut man sich das in der Diagnose an so sieht man einen Digitalwert zwischen 0 (Tank leer) und 255 bei Tank voll. Der Tankgeber ist analog, das EKM wandelt den analogen Wert jedoch in einen digitalen Wert um und sendet ihn zur Anzeige an das Kombi-Instrument.

Anbei mal etwas zur Veranschaulichung, hier hat der Tankinhalt den Digitalwert 182 von 255 (Auswertung erfolgte am Labor-8er), dies entspricht 71%:

Tankanzeige 8er BMW E31
Tankanzeige 8er BMW E31

 

Die Nadel steht bei diesem Wert hier:

Tankanzeige 8er BMW E31
Tankanzeige 8er BMW E31

 

Bei folgendem Wert befindet sich der Tank in der „Reserve“ und hat den Digitalwert 34 von 255, er entspricht 13%:

Tankanzeige 8er BMW E31
Tankanzeige 8er BMW E31

 

Die Nadel steht dann hier:

Tankanzeige 8er BMW E31
Tankanzeige 8er BMW E31

 

Dazu noch eine allgemeine Information:
Die Tankanzeige selbst ist im Kombi-Instrument durch „künstliche Trägheit“ sehr sehr stark normalisiert, um ein Pendeln der Nadel bei „schwappendem“ Tank zu verhindern. Zieht man den Tankgeber z.B. manuell auf Masse (also 0 OHM) so bleibt die Tanknadel zunächst einfach stehen obwohl diese bis auf Reserve abfallen müsste.

Die in der Diagnose angezeigten Digitalwerte vom Tankgeber (schwarz/grüne Balken) hingegen sind absolut unbestechlich, Änderungen wirken sich hier sofort aus. Zudem ist die Anzeige, wie unschwer an der Liter-Skala zu erkennen nicht linear, dies hat mit der Einbuchtung des Tanks im unteren Teil (wegen der Kardanwelle) zu tun.
Daher fällt der Zeiger im unteren Drittel überproportional stark ab, da quasi nur noch diese 2 „Mulden“ mit Sprit gefüllt sind.

Fehlersuche an der Tankanzeige:
Am EKM (dieses sitzt im Fahrerfußraum) findet man 4 Stecker, wir brauchen hier den braunen Stecker, dieser hat die Bezeichnung X40. Dort kommt an Pin 26 (Kabelfarbe braun/gelb) das Signal des Tankgebers an. Gemessen wird hier aber nicht gegen die normale Masse, denn es gibt dort die Besonderheit, dass eine spezielle Sensormasse dafür vorliegt, diese findet man im selben (braunen) Stecker auf Pin 5 mit der Kabelfarbe braun/schwarz.
Hat man diese 2 Pins gefunden, kann man mit dem normalen Multimeter den Widerstand zwischen den beiden Pins messen. Ist der Wert außerhalb des Bereichs 0-500 OHM liegt entweder ein Kabelbruch vor oder einer der Tankgeber ist defekt.
Man kann natürlich auch an den Tankgebern direkt messen, Kabelbrüche lassen sich generell ja nicht ausschließen. Was man testweise auch machen kann, sollte der Wert nicht stimmen, man nimmt einen 470 OHM Widerstand (dies ist ein gängiger Widerstand) und klemmt diesen zwischen die o.g. 2 Pins, dann 1x Zündung aus und wieder an, dann sollte die Nadel auf ca. 85 Liter gehen.
Ist das der Fall hat man zumindest kein Elektronik-seitiges Problem, das wäre dann schon mal eine wichtige Erkenntnis.